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Lean Production

Auf der Suche nach Sparpotenzialen hat sich Lean Management als wirkungsvolle Strategie erwiesen, wenn es darum geht, die Produktivität der Fertigung zu steigern und auf diese Weise den Kostendruck auszugleichen. Das gilt nicht nur für die Automobilindustrie, in der die Methoden und Ansätze entstanden sind, sondern inzwischen auch für viele andere Branchen.

Verschwendung vermeiden

Denn mit dem Kernziel „Werte schaffen ohne Verschwendung“ bietet das Lean Management einen vielfältigen Methodenbaukasten, um für die jeweiligen Abläufe auf dem Shop Floor die richtigen Optimierungsansätze zu entwickeln. Basis ist dabei immer die Frage: Was braucht der Kunde? Kundenindividuelle Produkte in hoher Qualität, ohne lange Wartezeiten und zu günstigen Preisen anzubieten, ist die Herausforderung, die der Markt heutzutage an die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens stellt. Sind die richtigen Produkte definiert, geht es im nächsten Schritt darum, die Prozesse zu optimieren. Zentraler Ansatz dabei ist die Wertstromorientierung des gesamten Produktionssystems. Alle Prozesse, die notwendig sind, um das Produkt vom Rohmaterial bis zum Kunden zu bringen, sollen auf den Wertstrom abgestimmt sein.

Um die vorhandenen Prozesse zu dokumentieren und die Schwachstellen zu entdecken, wird die Methode des Wertstromdesigns eingesetzt. Mit standardisierten Symbolen werden alle Prozesse detailliert aufgezeichnet. Das entstehende Bild ist eine gute Grundlage, um Optimierungsvorschläge zu entwickeln.

Ein möglichst kontinuierlicher Produktionsfluss ist eines der Prinzipien, die dabei realisiert werden sollen, um die Durchlaufzeit der Produkte zu senken. Die Planung eines geeigneten Werkslayouts, das die Mitarbeiterkapazitäten optimal ausnutzt, oder die Reduzierung der Rüstzeit gehören zu den Methoden, die hier eingesetzt werden. Kurze Rüstzeiten, die die Anlagenhauptzeit so wenig wie möglich beeinträchtigen, machen es möglich, für den Kunden vielfältige Produkte in effizienter Weise zu fertigen.

Genau nach Bedarf fertigen

Auch Überproduktion gilt im Lean Management als Verschwendung und soll vermieden werden, um Bestände zu senken, die Platz brauchen, Kapital binden und daher teuer sind. Ziel ist es daher, die Produktionsrate für die Fertigung auf Basis der Verkaufsrate festzulegen. Mit Hilfe eines sogenannten Pull-Systems wird nur produziert, wenn der Bedarf tatsächlich vorliegt, die Produkte also direkt in den Versand gehen oder einen „Supermarkt“ auffüllen. Zugleich geht es darum, die zur Verfügung stehenden Anlagenkapazitäten zu harmonisieren, um einerseits Engpässe und andererseits mangelnde Auslastung zu vermeiden. Wenn es gelingt, bei kurzen Rüstzeiten mit kleinen Losen zu arbeiten, dann entsteht die notwendige Flexibilität, die jeweiligen Kundenaufträge nacheinander zu fertigen.

Bei einer solchen genauen Produktionsplanung hilft die Methode des Kanban, die aus Japan stammt. Mit einem entsprechenden Kartensystem werden dabei die zu produzierende Menge und den zur Verfügung stehenden Zeitraum zu signalisiert.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Qualität. Nacharbeiten und Ausschuss bedeuten Verschwendung von Material und Arbeitszeit. Um sie zu vermeiden, setzt das Lean Management auf Null-Fehler-Strategien. Wenn die Prozesse richtig funktionieren, stimmt auch die Qualität des Outputs.

Insgesamt gelingt es mit den verschiedenen Maßnahmen die Produktivität zu steigern, indem Durchlaufzeiten und Bestände ebenso sinken wie der notwendige Ressourceneinsatz.

„No problem is a problem“

Zugleich ist die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse ein wichtiges Prinzip des Lean Managements. Ein einmal erreichter Status wird nicht als endgültig akzeptiert, sondern stets auf weitere Optimierungsansätze überprüft. „No problem is a problem“ heißt das Motto, mit dem bei Toyota gearbeitet wird, dem Unternehmen, bei dem Lean Management entstanden ist und das damit seine führende Position erreicht hat. Denn kein Problem zu haben, heißt, dass keine Weiterentwicklung stattfindet. Um für ständigen Fortschritt zu sorgen, arbeitet Lean Management mit der Methode des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Hier sind die Mitarbeiter vor Ort an den Maschinen ebenso gefragt, wie überhaupt bei jedem Lean Projekt. Denn mit ihrem Know-how tragen die Mitarbeiter dazu bei, dass die vorhandenen Potenziale gefunden und geeignete Optimierungsmaßnahmen entwickelt werden können. Zugleich sorgt eine frühzeitige Einbeziehung der Mitarbeiter dafür, dass die Veränderungen, die mit Lean Projekten einhergehen, akzeptiert werden.

Messbar werden die erreichten Fortschritte mit einem Kennzahlensystem, das zum Beispiel den OEE, Bestände, Durchlaufzeit, Verrichtungszeit, Arbeitszeit, Anzahl der Mitarbeiter umfasst.

Immer mehr Unternehmen setzen Lean Management nicht nur in ihrer Produktion, sondern auch in den unterstützenden Bereichen wie Supply Chain, Instandhaltung oder Administration oder Innovation erfolgreich um. Das Lean Business System, das in den letzten Jahren entstanden ist und sich kontinuierlich weiterentwickelt, hält die entsprechenden Ansätze und Methoden dazu bereit, die dann an die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort angepasst werden können.

 

Zum Thema Lean Production enthalten die folgenden Workbooks wertvolle Ansätze:

 

Sehen lernen, Mit Wertstromdesign die Wertschöpfung erhöhen und Verschwendung beseitigen, von Mike Rother und John Shook

Kontinuierliche Fließfertigung organisieren, von Mike Rother und John Shook

Produktionssysteme glätten, Anleitung zur Lean Production nach dem Pull-Prinzip – angepasst an die Kundennachfrage, von Art Smalley





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